Was ist der STOPP-Plan?
Der STOPP-Plan ist eine kurze, klar strukturierte Routine für den Moment, in dem ein Gefühl – meistens Wut – gerade zu groß wird. Er schafft genau die Pause zwischen Reiz und Reaktion, die Kinder und Jugendliche erst lernen müssen: erkennen, was gerade passiert, statt sofort zu handeln.
Der Plan besteht aus fünf Schritten, die sich hinter den Buchstaben S-T-O-P-P verbergen:
Stopp
Innerlich "Stopp" sagen, bevor irgendetwas passiert. Der wichtigste Schritt – alles andere baut darauf auf.
Tief atmen
Ein bis drei tiefe Atemzüge. Das beruhigt den Körper messbar und schafft Zeit.
Orientieren
Kurz wahrnehmen: Was ist gerade wirklich passiert? Was fühle ich, und wo im Körper?
Planen
Überlegen, welche Reaktionen möglich sind – nicht nur die erste, impulsive.
Positiv handeln
Die Reaktion wählen, die wirklich weiterhilft, statt später bereut zu werden.
Warum das funktioniert
Kinder und Jugendliche reagieren in starken Gefühlsmomenten oft, bevor sie überhaupt merken, dass sie reagieren. Der STOPP-Plan trainiert genau diese Lücke – nicht, indem er das Gefühl unterdrückt, sondern indem er eine kurze bewusste Pause einbaut, bevor gehandelt wird. Wichtig: Er funktioniert am besten, wenn er vorher in ruhigen Momenten geübt wird, nicht erst mitten in der Krise zum ersten Mal versucht wird.
So lernt NR den STOPP-Plan im Comic
In NeuroRush Heft 2 begegnet NR seiner eigenen Wut als "Glutgeist" – einem inneren Gegner, der nicht besiegt, sondern verstanden werden will. Der STOPP-Plan ist das Werkzeug, mit dem NR lernt, aus explosiver Wut steuerbares Handeln zu machen.