Warum der Körper der erste Schritt ist
Bevor Kinder und Jugendliche ein Gefühl benennen können, spüren sie es meistens zuerst körperlich – ein Kloß im Hals, ein flaues Gefühl im Bauch, verspannte Schultern. Diese Fähigkeit, Körperempfindungen bewusst wahrzunehmen, nennt man Interozeption. Sie ist die Grundlage jeder Gefühlswahrnehmung: Wer nicht spürt, was im Körper passiert, kann ein Gefühl nur schwer einordnen – geschweige denn regulieren.
Die Körper-Landkarte macht genau das sichtbar: eine einfache Körperumriss-Zeichnung, in der markiert wird, wo ein Gefühl sich bemerkbar macht.
Die Übung zum Nachmachen
Körper-Landkarte – 3 Schritte
- Ruhig hinsetzen und kurz an eine Situation denken, in der ein starkes Gefühl da war (egal ob Wut, Freude, Angst oder Aufregung).
- Nachspüren: Wo im Körper war da etwas zu merken? Enge in der Brust? Wärme im Gesicht? Kribbeln in den Händen? Es gibt kein richtig oder falsch.
- Markieren: Auf einer einfachen Körperumriss-Skizze die Stelle(n) einzeichnen oder beschreiben – mit Farbe, Symbol oder einfach einem Wort.
Wichtig: Diese Übung ersetzt keine Diagnose und ist kein Therapieersatz. Sie ist ein niedrigschwelliger Einstieg, der Kindern und Jugendlichen hilft, sich selbst besser zu verstehen – egal ob zu Hause, im Unterricht oder in der Beratung.
Und danach: Das Gefühl benennen
Sobald klar ist, wo ein Gefühl sich zeigt, wird es leichter, es auch zu benennen. Ein differenziertes Gefühls-Vokabular hilft dabei enorm – "irgendwie komisch" wird zu "nervös" oder "enttäuscht". Genau das leistet das Gefühls-Rad mit über 30 Begriffen, das in NeuroRush Heft 1 direkt auf die Körper-Landkarte folgt.
So sieht das im Heft aus
In NeuroRush Heft 1 begegnet NR "Der Nebel" – seiner eigenen emotionalen Taubheit. Die Körper-Landkarte ist der erste Übungsschritt: bevor NR seine Gefühle wieder benennen kann, muss er lernen, sie überhaupt erst wieder zu spüren.